12.06.2010
12.06.2010
Rainer Jakoby: Der Mai
Ende April startete ich für einige Tage eine Tour nach Frankreich. Ich wollte noch ein paar Fische fangen, bevor ich mich dann auf „Zielfischjagd“ begab - was sicherlich wieder mit vielen Tagen am Wasser ohne Fischkontakt bedeutet ...
Der ein oder andere, der auch Anfang Mai draußen war, wird sich an den extremen Kälteeinbruch erinnern.
Auch in Frankreich traf mich diese Kälte. Die Wassertemperatur an dem großen und flachen See fiel innerhalb von nur drei Tagen um fast 5 Grad...
Um es kurz zu machen: Acht Karpfen konnte ich doch noch fangen- und dies lässt ahnen, welche Fänge möglich gewesen wären, wenn das Wetter konstant geblieben wäre. The Element Proton TFB Boilies in 12 und 20 mm gemischt mit Dumbells derselben Sorte waren die erfolgreichen Köder.
Mitte Mai fuhr ich dann das erste Mal in diesem Jahr an mein Zielfisch-Gewässer. Ich wählte eine Stelle die ich bisher fast nie befischt hatte. Eine flache, kleine Bucht mit viel Kraut.
Mein Futter und meine Hakenköder bestehen aus folgendem: Selbstgerollte 18 mm Boilies aus Peanut & Tigernut Mix mit Peanut Amino Sense Appeal und Liquid Sweet Enhancer. Des weiteren Liquid Sky Boilies der Sorte Tigernut & Hemp in 16 und 20 mm und eine Partikel-Mischung.
Es dauerte drei Tage bis ich den ersten Biss bekam. Und es passierte das schlimmste - der Fisch ging im Drill verloren...
Nur eine Stunde später bekam ich aber den nächsten Biss und ein 10 kg Spiegler landete im Kescher.
Am darauf folgenden Tag noch mal das gleiche Spiel: Erst verliere ich einen Fisch und dann kommt wieder ein zweiter Biss. Ein Schuppenkarpfen mit 14,5 kg.
Ein paar Tage später fahre ich wieder an den See. Als ich abends aufbaue, erscheint alles recht tot. Die Fische scheinen nicht mehr so aktiv zu sein wie die letzten beiden Tage die ich hier verbrachte. Die erste Nacht verlief dann erwartungsgemäß sehr ruhig...
Tagsüber wurde es sehr warm und sehr viele Karpfen konnte ich am anderen Ende des Sees an der Wasseroberfläche entdecken.
Klar, dass ich an diesem Nachmittag nicht mit einem Biss an meiner Stelle rechnete.
Wie aus dem Nichts lief dann am späten Nachmittag die linke Rute ab. Der Fisch flüchtete sofort mit großer Gewalt in ein Krautfeld. Mir blieb nichts anderes übrig, als ins Wasser zu springen und die Schnur zu befreien. Der Einsatz hatte sich gelohnt, denn wenig später lag ein makelloser Traum-Schuppenkarpfen mit 25,1 kg auf meiner Matte! Nicht mein Zielfisch aber natürlich überaus willkommen...!
Die beiden Tage danach bleiben wieder ruhig.
Erst ein starkes Gewitter scheint die Karpfen wieder aktiver werden zu lassen. In der letzten Nacht bekam ich wieder einen Anbiss—wieder flüchtete der Fisch in das Krautfeld, in den der 25 kg Schuppi geflüchtet war... war die wieder ein Großer?
Ich weiß es leider nicht, denn unglücklicherweise schlitzte der Haken aus...
Nun sitze ich hier weiterhin und warte auf den nächsten Biss—der ja vielleicht meinen Zielfisch bringt...