24.05.2010
24.05.2010
Markus Pelzer: Der Riesen-Goldfisch
Kurz nach Mitternacht: Durch regelmäßige Töne des Impulse Bissanzeigers werde ich einige Augenblicke nachdem ich eingeschlafen war wieder wach. Vollrun auf die Rute, die ich am Nachmittag zuvor in ca. 120 Meter Entfernung an einem Uferspot abgelegt hatte. Der Fisch nahm die zwei 12 mm Proton MSC Kugeln, die ich als Hakenköder gewählt hatte. 1 kg 12 mm Kugeln der gleichen Sorte und 1 kg MSC Active Pellets plus zwei Beutel a 750 Gramm Hanf, die ich am Spot verteilt hatte, verfehlten ihre Wirkung nicht...
Nach knapp 10 Minuten Drill (der Fisch machte einige starke Fluchten) hatte ich ihn endlich in Ufernähe vor mir. Als ich merkte, dass der Fisch vor mir dicht unter der Wasseroberfläche ist, schaltete ich die Kopflampe an. Was ich da dann vor mir sah, sorgte für ein breites Grinsen in meinem Gesicht... Ich hatte tatsächlich den „roten“ am Haken. Ein Koi-Karpfen in orange-roter Färbung. Ein Fisch, der nach meinen Infos noch nie zuvor gefangen wurde! Freunde von mir hatten ihn schon vor einigen Jahren in diesem See beim Schnorcheln entdeckt. Sie nannten ihn „die rote Luftmatratze“ - weil er ziemlich groß schien, und sie - als sie ihn das erste Mal sahen - dachten, es läge dort eine alte Luftmatratze in den Büschen unter Wasser...
Ich hatte den Fisch auch im letzten Jahr gesehen, als ich für 3 Trage dort fischte. Auch ich war mir sicher, dass er wohl deutlich über 25 Pfund auf die Waage bringen würde.
Eigentlich hatte ich den Fisch ausgedrillt und er war über meinem Unterfangkescher.
Doch dann setzte er noch zu einer letzten Flucht an und schwamm mal links, mal rechts in die überhängenden Büsche am Ufer neben mir. Ich musste ihn recht kräftig daran hindern und hoffte nur, dass er nicht jetzt noch verloren geht.
Aber alles ging gut. Wenig später lag er auf der Aero Mat. Ein dunkelorange gefärbter Koi mit 17,2 kg.
Später in der Nacht legte ich die Rute wieder mit dem Boot am Spot ab. Ich hatte das Rig gerade abgelegt und war die ersten Meter zurück gerudert, da bemerkte ich, dass die Schlagschnur beschädigt war. Über ca. 3 Meter war die 0,50 mm Fluor-Carbon an mehreren Stellen stark beschädigt. An einer Stelle war die Schnur so stark beschädigt, dass sie noch eine Tragkraft von einem vielleicht 0,14 mm Schnürchen hatte. Ich konnte sie ganz leicht mit den Händen zerreißen...
Diese defekte Schnurstelle (wahrscheinlich durch Muscheln, über welche die Schnur bei der ersten Flucht vom Fisch gezogen wurde...) befand sich ca. 8 Meter hinter dem Rig. Bei den letzten starken Fluchtversuchen beim Drill muss ich das große Glück gehabt haben, dass diese Schnurstelle so gerade eben sich auf der Rollenspule befand und daher kein Druck mehr an der Schnurstelle entstand. Ansonsten wäre sicherlich die Schnur an dieser defekten Stelle zerrissen...