18.04.2010
18.04.2010
Klaus Thomas: Osterfisch
In Bayern hat der Winter 2009-2010 wieder einmal viel zu lange gedauert - Mitte Dezember bis Mitte März ist für uns Karpfenfischer schon eine Ewigkeit.
Aber da ich noch Eishockey-Fan (DEL) bin und bei diesem Sport die Saison von Oktober bis April dauert, kann ich dadurch die Winterzeit gut überbrücken.
Ab Mitte März sind bei uns die Seen dann endlich wieder aufgetaut, der Winter wollte jedoch nicht so einfach aufgeben. So dauerte es bis zum langen Osterwochenende bis ich 2010 das erste Mal ans Wasser konnte.
Laut Voraussage sollte für dieses Wochenende das Wetter leider nicht gerade ein Hit werden. Irgendwann ist jedoch der Zeitpunkt erreicht wo mich nichts mehr halten kann, und ich ans Wasser muss. So ging es am Karfreitag an einen kleinen See in meiner Umgebung.
Ursprünglich wollten noch ein paar Freunde mit, die dann aber wegen der schlechten Wetterprognose lieber zu Hause bleiben. Egal - dadurch hatte ich mehr Möglichkeiten, und mehr Spots.
Das Ufer des Sees ist komplett durch einen Seerosengürtel eingesäumt; durch diese Tatsache gestaltet sich das Landen der Fische immer schwierig. Deshalb bauten wir im Winter ein paar Bootsstege auf, die uns dies erleichtern sollen.
Also richtete ich mein Camp an einem der Bootsstege ein. Durch das klare Wasser konnte ich vom Boot aus bis in 4 Meter Tiefe den Grund gut sehen. Als ich am Ufer an einen Weidenstock vorbei kam sah ich gerade noch 2 Spiegler in die Tiefe gleiten. Somit hatte ich meinen ersten Spot gefunden.
Ich legte die erste Rute dicht an der Weide in ca. 2 Meter Tiefe ab. Als Köder diente mir ein 20 mm Element Proton MCS Pop Up (fischig). Ein paar Proton Aktive Pellets und ein paar Elements Proton MCS Boilies und Dumbells darüber gestreut und fertig. Am Steg wieder angekommen legte ich die Rute aufs Pod. Als ich den Swinger einhängen wollte merkte ich, wie die Schnur zwischen meinen Fingern zu laufen begann. Sofort nahm ich die Rute wieder auf und hatte meinen ersten, aber recht kurzen Drill. Leider habe ich den Fisch verloren.
Sofort legte ich die Rute wieder unter der Weide ab und innerhalb von einer Minute begann dasselbe Spiel von vorne.
Doch dieses Mal saß der Haken richtig und ich hatte meinen ersten richtigen Drill für 2010. Nach dem Landen des Fisches kam das Wiegen und die Waage blieb exakt bei 16,4 kg stehen. Dies war für mich der perfekte Einstieg in die Saison und ein absoluter Traumfisch für Karfreitag.
Irgendwann schaffte ich es auch die zweite Rute auszulegen. Der Köder dieser Rute war ebenfalls ein Element Proton TFB Pop Up (süß). Meine Platzwahl fiel auf einen kleinen Spot vor einem Krautfeld in einer Tiefe von 3 Metern.
Irgendwie hatte ich für diesen Spot ein gutes Gefühl, vor allem da ich vorher einen Fisch in der Nähe rollen sah. Und es dauerte auch nicht lange als ich den zweiten Run hatte und wieder einen Spiegler mit einem Gewicht von 15,2 kg auf die Matte legte.
Mittlerweile war es Nachmittag und ich bekam Besuch von einem Freund, der sein Glück auf Forellen probieren wollte - leider vergebens. Die Fische wollten nicht.
An meiner Rute unter der Weide kam wieder Bewegung auf, vermutlich ein Schnurschwimmer am Futterplatz.
Es kann wie es kommen musste und Run 3 ging ab. Der Fisch wehrte sich mit aller Kraft, aber nach kurzer Zeit gab sich auch dieser geschlagen. Es war ein Schuppie mit 15,1 kg.
Kurz vor der Dämmerung schlug das Wetter um, und es wurde merklich kälter. Nachts ging nichts, kein Piep, kein Fisch zu sehen oder hören auf dem See.
Am Samstag morgen regnete es und es war noch kälter geworden. Die Fische wollten nicht mehr, sie hatten das fressen komplett eingestellt. Erst Ostermontag ab 3 Uhr morgens konnte ich weitere 3 Karpfen fangen mit Gewichten zwischen 11, 12 und 12,5 kg. Mein letzter Fisch war ein Stör von 8 kg, der ebenfalls einen guten Kampf lieferte. So konnte ich nach den Frühstück beruhigt meinen Krempel einpacken und nach Hause fahren.
Ich hoffe, dass sich die Saison 2010 so fortsetzt wie sie begann.