Ich füttere den ganzen Winter über je zwei Hände voll Halibut Amino Pellets und Boilies pro Tag an. Meiner Meinung nach fressen die Fische im Winter öfter, wenn sie auf einem Platz immer Futter finden. Natürlich muss auch oder gerade im Winter das Wetter mitspielen.

So konnte ich Anfang Dezember bei mildem West-Wind innerhalb von nur 10 Stunden angeln einen 14 kg und einen 23 kg schweren Fisch fangen. Heute - zwei Tage vor Weihnachten meldet der Wetterbericht mildes ruhiges Winterwetter mit Temperaturen bis 10 Grad. Perfekt, da mein Freund Georg und ich die kommende Nacht zum Angeln verabredet sind. Am späten Nachmittag machen wir uns bei leichtem Regen auf den Weg zum See. Als wir ankommen, hört der Regen auf und das Thermometer zeigt 9 Grad an. Und das kurz vor Weihnachten. Besser kann es im Dezember kaum sein.

Mittlerweile ist es dunkel geworden und wir verziehen uns in meinen beheizten Bus. In letzter Zeit wetteifere ich mit Georg beim Angeln nicht nur um denn größten Fisch, sondern auch beim Backgammon und Schach spielen. So vergeht die Zeit und immer wieder stehen wir in einer Spielpause hinter den Ruten und hoffen auf einen Biss. Gegen 23 Uhr, kurz vor Ende des letzten Spiels, als deutlich wird wer der Loser des Abends wird (nicht so wichtig, wir sind ja hier um Fische zu fangen), meldet sich ein Bissanzeiger. Nach kurzem Drill kann Georg meinen Fisch beim ersten Versuch sicher keschern. Der Spiegler bringt gut 15 kg auf die Waage. Ich sacke denn Fisch ein und dann verkriechen wir uns in die Schlafsäcke. Mit dem guten Gefühl wenigstens angeln zu können, schlaffe ich kurze Zeit später ein. In der Nacht werde ich immer mal wieder wach, aber leider nicht durch einen Bissanzeiger. Kurz nach 7 Uhr ist es dann doch noch mal soweit, einer von Georgs Bissanzeiger meldet sich.

Als ich neben ihm stehe sagt er nur: Das ist kein kleiner. Trotz des kalten Wassers kämpft der Fisch recht gut, es dauert fast 10 Minuten bis er letztendlich doch im Kescher landet. Ein schöner langer Schuppi, mit gut 17 kg.

Wir Fotografieren beide fische und lassen sie wieder schwimmen (nicht das noch einer von euch „Weihnachtskarpfen“ falsch versteht). 2 : 0 für Georg-er gewinnt beim spielen und er fängt den schwereren Fisch... auf dem Nachhauseweg muss ich einige Sprüche und viel Gelächter ertragen (ich habe es verdient, wenn ich gewinne mache ich es genauso). Aber Spaß beiseite, es war eine super Jahres-Abschlusstour. Wir haben beide unseren Weihnachtskarpfen gefangen und hatten viel Spaß. Jetzt kann das Jahr 2012 kommen aber wer weiß, das milde Wetter soll noch etwas anhalten und vielleicht fange ich noch einen in 2011.


Wünsche Euch allen ein gutes neues Jahr !

Rainer Jakoby